Die Entscheidung für mich

Ich musste heiß duschen, mir einen Kaffee machen und eine „Cozy Coffee Shop Ambience“ Playlist anmachen, um diesen Text zu schreiben. Beziehungsweise, um überhaupt zu schreiben. Denn neben dem Nachmittagstief übermannte mich auch ein Leck an Motivation, das ich in letzter Zeit öfter spüre. Also dachte ich, wieso nicht genau darüber schreiben?

Aus einem interessanten Gespräch vor ein paar Tagen habe ich mir eine, wie ich glaube, sehr wichtige Anmerkung mitgenommen. Und zwar, dass am Anfang von allem meine Entscheidung steht. Am Anfang jedes Tages, jeder Handlung, jedes Projekts, jeder Veränderung steht meine Entscheidung – für oder gegen die Sache und auch für eine bestimmte Herangehens – und Denkweise. Das klingt erst einmal recht banal und wenig überraschend. Doch die Erkenntnis dahinter war: Meine Entscheidungsfähigkeit ist ein Geschenk, ist Freiheit und die größte Power überhaupt. Eigene, freie Entscheidungen treffen zu können ist Macht. Und zwar Macht im ihrem positivsten Sinn. Jede Minute kann ich neu, selbst und frei entscheiden, was ich tun und wer ich sein will. Ist das nicht krass?

Der Anfang von allem ist meine Entscheidung. Und jede Entscheidung ist Macht.

Eine egoistische entscheidung

Was hat das mit meinem Motivationstief und meiner Trübsalblaserei zu tun? Nun ja, ich weiß, dass mir Routinen und Strukturen guttun, um motiviert und produktiv zu sein. Doch diese Routinen und Strukturen musste ich mir nach einem Monat Urlaub erst einmal wieder aufbauen – wofür mir wiederum Motivation und Disziplin fehlten. Resultat war ein nicht enden wollender Kreislauf aus miesen Gedanken über mich selbst ob meiner Untätigkeit. Hinzu kamen Ängste und Zweifel, die mir einredeten, dass ich es nie zu etwas bringen würde, und mich kleinhielten. Doch all diese Gedanken und Gefühle verursachten natürlich das Gegenteil von dem, was sie bezweckten: nämlich Tage zwischen Bett und Kühlschrank, die ich nicht schreibend, sondern mich selbst bemitleidend und immer tiefer in die Spirale rutschend verbrachte.

Und dann überkam mich – bähm – diese Erkenntnis in einem Gespräch. Diese Erkenntnis, die mich gleichermaßen sanft und bestimmt darauf hinweist, dass ich mich entscheiden darf und auch muss. Und zwar jetzt. Und zwar als allererstes für mich selbst. FÜR MICH. Die Entscheidung für mich ist der erste Schritt hinaus aus der Spirale.

Entscheide ich mich für mich, bin ich mir mit all meinen Bedürfnissen und Wünschen und Träumen wichtiger als alles andere. Und ja, an dieser Stelle ist Egoismus sowas von angemessen. Bin ich mir wichtiger als alles andere, stehe ich morgens auf und gehe den Tag so an, wie es mir guttut. Gehe ich den Tag so an, wie es mir guttut, meditiere ich, esse ich gesund und bewege ich mich ganz selbstverständlich. Nehme ich meine Bedürfnisse und Wünsche und Träume ernst, setze ich mich hin und tue jeden Tag etwas dafür, sie mir zu erfüllen. Entscheide ich mich für mich, zaubere ich Ängste und Zweifel nicht einfach weg, gehe aber trotz ihnen jeden Tag ein Stück weiter. Die Entscheidung für mich ist der Anker, der den Kreislauf zum Stillstand bringt und mich auf dessen Grund zieht, um an den Ursprung und damit wieder zu mir selbst zu finden.

ich erschaffe selbst statt zuzuschauen

Es mag naiv und verklärt klingen. Doch seit dem Gespräch wache ich tatsächlich jeden Morgen auf und denke: Es ist meine Entscheidung. Es ist meine Entscheidung, wie ich in den Tag starte. Es ist meine Entscheidung, welcher der erste Gedanke meines Tages ist. Es ist meine Entscheidung, wovon ich mich heute leiten und wovon ich mich abhalten lasse. Und seitdem ich mich immer wieder daran erinnere, hat sich etwas verändert. Und deshalb habe ich gerade auch für Duschen, Kaffee und diesen Text entschieden, anstatt mich ins Bett zu verziehen. Anstatt in irgendeiner Serie anderen beim Leben zuzuschauen, erschaffe ich lieber mein eigenes Leben – und zwar so, wie ich es will.

Und so eindrücklich, wie mir nahegelegt wurde, dass ich mich als allererstes für mich entscheiden müsse, weil ich anders nicht aus dieser Spirale finden würde, möchte ich es dir jetzt auch nahelegen.

Falls es dir heute noch niemand gesagt hat: ES IST DEINE ENTSCHEIDUNG.

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