Human Design – Was ich über mich gelernt habe

Wenn ich eines bereits sicher über mich weiß, dann, dass ich Euphorie und Freude wirklich intensiv körperlich spüren kann, wenn ich das Richtige tue. Ich kann sofort physisch fühlen, wenn mich etwas begeistert. Und in das, was mich begeistert, stecke ich dann auch all meine Energie und Kreativität, ohne dass es anstrengend ist. Bereits im Praktikum wurde mir einmal gesagt, dass man meinen Texten anmerke, ob ich mich für das Thema interessiere oder nicht. Im ersten Moment war das aus meiner Sicht natürlich kein positives Feedback – schließlich müsse man als gute Journalistin zu jedem Thema einen guten Text verfassen können. Mittlerweile denke ich: Ist das nicht der ultimative Wegweiser für mich, der mir die Richtung zeigt, in die ich gehen darf?

Das ist nur eine von vielen Fragen, die ich mir ständig stelle. Ich bin ein wandelndes Fragezeichen. Und doch in manchen Themen und Lebensbereichen ein immer deutlicher werdendes Ausrufezeichen. Und der Weg von Fragezeichen zu Ausrufezeichen gestaltet sich als eine einzige Suche. Ich bin auf der Suche und auf dieser Suche sehr empfänglich für alles, was mir als richtungsweisend dienen und Antworten schenken könnte. Auch das ist möglicherweise ein Grund dafür, dass ich mir manchmal so schwer damit tue, auf meine Intuition zu hören. Ich vertraue nicht auf die Antworten in mir, sondern suche sie in der Welt um mich. Und so ist es auch kein Wunder, dass ich auf eine neue, alte Welt gestoßen bin: Human Design.

Was ist Human Design?

It’s magic. Nicht mehr und nicht weniger. Pure Magie. Und mich fasziniert ohnehin alles, was meinen Mund offen stehen und die vorhandenen Synapsen in meinem Gehirn sprengen lässt. Ja, auch Human Design war etwas, das mich direkt das begeisterte Kribbeln in meinem Bauch, das aufgeregte Lodern in mir spüren hat lassen. Aber von vorne. Human Design ist ein System, das uns dabei helfen kann, uns selbst zu verstehen. Es zeigt uns unseren energetischen Bauplan auf mit unserer Persönlichkeit, unseren Eigenschaften und unseren Potenzialen. Stephie von allabouthumandesign nennt es auch den „einmaligen energetischen Fingerabdruck“. Im Detail ist es ein System, das aus alten Weisheiten und Wissenschaften wie Genetik, Quantenphysik, Astrologie, Chakrenlehre, Kabbalah und I-Ging zusammengesetzt ist. Um das eigene Design herauszufinden, lässt man sich ein Human Design Chart erstellen (berechnet aus Geburtstag, Geburtszeit und Geburtsort), aus dem sich dann Informationen über die eigene Persönlichkeit und Energie herauslesen lassen.

Es ist okay, wenn du jetzt wegklickst. Wenn dir das hier zu abstrakt, zu spirituell, zu esomäßig erscheint. Alles gut, you do you. Ich kann nur sagen, dass dieses verrückte System das ist, was mich die vergangenen Nächte wach gehalten hat. Was mich bis in die Nacht hinein nachlesen und nachforschen hat lassen, welche Zahl nun was über mich aussagt. Klar, es mag total merkwürdig erscheinen, dass eine Zahl, die aus dem Stand der Planeten zu meiner Geburt berechnet wird, irgendetwas über mich aussagen könnte. Soll ich mich etwa ernsthaft auf eine Zahl reduzieren? Aber hier handelt es sich nicht um eine Reduktion, sondern um das Gegenteil. Denn die Definition hinter der Zahl schafft es einfach, mich in ein paar Worten so treffend zu beschreiben wie es nicht meine Mama, nicht meine beste Freundin und ganz sicher nicht ich jemals könnten. Sie schafft es, mir die Augen für mich selbst zu öffnen. In dieser verrückten Abbildung steckt so viel Wahrheit über mich und auch über all das, was mir bisher noch nicht bewusst war.

Antworten, Erklärungen, Bestätigung

Ich kann herauslesen, dass ich dem nachgehen sollte, was mich begeistert, weil dabei nicht nur die besten Ergebnisse herauskommen, sondern ich dabei auch am meisten Energie zu Verfügung habe. Erinnerst du dich an meine Wort am Anfang des Textes? Das, was ich in den vergangenen Jahren über mich gelernt habe, wird mir hier schwarz auf weiß vor Augen gehalten. Ich erfahre auch, dass ich jemand bin, der viele Interessen hat und sich erlauben sollte, viel auszuprobieren, anstatt etwa einen Job für immer machen zu müssen, weil man es halt so macht. Dass es eine meiner Eigenschaften ist, mir viele Fragen zu stellen und eine Richtung zu suchen. Und dass ich meine Intuition als Ratgeber bei Entscheidungen nutzen sollte und nicht meinen Verstand. Erinnerst du dich an meinen Text über Intuition? Verrückt. Und so wahr.

Weißt du, natürlich kann man hinterfragen, ob man ein Tool braucht, das einen als Menschen beschreibt. Ob das nicht ein bisschen einfach ist und irre, sich auf so etwas zu beziehen, und eigentlich gar nicht möglich. (Wenn du dir mal das Human Design Chart anschaust, wirst du erkennen, dass es gar nicht mal so einfach, sondern ziemlich komplex ist – wie wir Menschen eben auch.) Aber für mich als der Mensch, der sich täglich tausende von Fragen über das Leben und sich selbst stellt und irgendwie immer auf der Suche ist, ist es magisch. Es liefert mir Antworten auf Fragen, mit denen ich mich sonst nur im Kreisen drehe. Es erklärt mir, warum ich manchmal so ticke wie ich ticke und wie ich meine Energie am besten einsetze. Und ja, es dient mir auf gewisse Art auch als Bestätigung, tatsächlich nicht „falsch“ zu sein, und als Erlaubnis, so sein zu dürfen wie ich bin. Ich weiß, dass ich mir diese Erlaubnis selbst geben sollte, und trotzdem ist eine Unterstützung.

Nicht mehr nur fragen, sondern tun

Das Human Design System ist nicht das Ende meiner Suche. Vielleicht werde ich mein Leben lang ein suchender Mensch sein, weil es für mich vielleicht auch gar nicht darum geht, alle Antworten zu kennen und anzukommen. Und es ist auch nicht der ultimative Guide zum ultimativen Glück. Aber es versorgt mich mit unglaublich viel Energie, meine Zeit nicht nur mit offenen Fragen zu verbringen, sondern auf Antworten aufbauen und darauf basierend endlich ins Tun kommen zu können. Aka meinen Shit zusammenzukriegen und das zu tun, was ich wirklich tun will. Mittlerweile weiß ich einiges über mich – was mir Energie schenkt und was mir Energie raubt – und kann dadurch viel besser entscheiden, was in meinem Leben sein soll und was nicht. Und ist das nicht das Beste überhaupt?

Ein ganzes Universum

Es ist dunkel. Aber nicht ganz, denn dort funkeln ein paar Sterne. Es gibt keine Menschen, keine Gegenstände, nichts. Leere und doch vollkommene Fülle. Ein goldener Streif fließt wie Magie durch das Dunkel und hinterlässt einen goldenen Schauer. Es ist ruhig, noch viel ruhiger als an einsamen Plätzen, noch viel ruhiger als vor einem Sturm. Solche Ruhe habe ich noch nie erlebt. Die Ruhe ist nicht so angespannt oder unheimlich, wie ich sie kenne, sondern ganz friedlich. Und es werden immer mehr Sterne. Alles glitzert. Das Dunkel ist ruhig und friedlich und die Sterne darin voller Magie und Liebe. Meine Augen strahlen mit ihnen um die Wette, meine Ohren sind froh um eine Pause und mein Herz ist ganz leicht. So stelle ich mir das Universum vor. Das Universum in mir. Kannst du es sehen?

Was ein spiritueller bullshit?!

Ein Universum in mir? Vielleicht denkst du jetzt, was für ein spiritueller Bullshit das sein soll. Dann gehörst du vermutlich zur Mehrheit. Aber lass mich dir trotzdem erklären, worum es mir geht. In meiner Umgebung leben die meisten Menschen aus ihrem Verstand heraus. Das bedeutet, sie benutzen ihren Verstand, um Entscheidungen zu treffen, und haben eine rationale, logische Herangehensweise. Die meisten sind sich dessen vermutlich nicht einmal bewusst – sie handeln automatisch so, ganz einfach, weil unsere Gesellschaft so gestrickt ist. Es geht darum, höher, schneller, weiter zu kommen und das mithilfe unseres klugen Verstandes. Träumereien und Fantasie haben da eher keinen Platz – zumindest nicht, wenn man, so wie alle, auf der Karriereleiter nach oben klettern, gutes Geld verdienen und erfolgreich sein möchte. Aber auch nicht, wenn man etwa ein geplantes Leben im eigenen Haus in der Vorstadt, einen bestimmten Körper oder eine perfekt strukturierte Morgenroutine möchte, so wie alle eben.

In dieser Gesellschaft befinde auch ich mich. Auch ich bin so geprägt und richte mich mehr oder weniger bewusst danach. Auch ich versuche, eine Morgenroutine zu etablieren und in meinem Job weiterzukommen. Auch ich entscheide mit meinem Verstand. Auch ich denke, dass ich bloß mit dieser Herangehensweise akzeptiert werde. Doch umso mehr ich darüber erfahre, dass es andere Möglichkeiten gibt, mein Leben und Handeln zu gestalten, desto schwerer fällt es mir, in diesen Mustern zu bleiben. Allerdings fällt es mir genauso schwer, daraus auszubrechen. Weil ich Liebe und Akzeptanz damit verbinde.

Was ich möchte, Wenn ich grenzen sprenge

Ich stelle nach wie vor das, was andere über mich denken, darüber, was ich eigentlich für mich möchte. Ich möchte nicht nur, dass andere akzeptieren, was ich mache, sondern es auch gut finden. Also passe ich mich an, so gut es geht. Aber dadurch adaptiere ich die Grenzen anderer. Dort, wo andere Möglichkeiten für sich begrenzen, tue ich es auch. Und so gerate ich zusehends in einen Konflikt. Theoretisch weiß ich bereits, was möglich sein könnte, aber praktisch kann ich es nicht umsetzen. Solange mir die Meinung anderer wichtiger ist, sprenge ich diese Grenzen nicht und bleibe, wo ich bin. Ich verurteile diese Grenzen nicht und auch nicht, das Leben mit Logik und Rationalität anzugehen. Aber für mich möchte ich das nicht. Und vielleicht willst du es ja auch nicht mehr, wenn du erfährst, welche Möglichkeiten es noch gibt.

Oh wow, jetzt hat sie es richtig spannend gemacht. Was sind jetzt also diese Möglichkeiten? Das möchte ich dir gar nicht erzählen, weil ich dir damit direkt wieder etwas vorgebe und deiner Fantasie Grenzen setze. Vielleicht holst du also erst einmal deine Fantasie und Träume aus ihrem Versteck und lässt ihnen wieder freien Lauf. Und währenddessen erzähle ich dir, was ich für mich möchte, wenn ich die Grenzen aller nicht mehr zu meinen eigenen Grenzen mache.

Ich möchte stärker mit meiner Intuition verbunden sein, um ihr zu folgen. Ich möchte ungebremste Emotionen und Echtheit und Ehrlichkeit. Ich möchte den Zauber des Lebens so richtig spüren und nicht nur durch gesellschaftliche Filter irgendwie vage wahrnehmen. Ich möchte Platz schaffen für alles, was mich begeistert. Für Spiritualität und Magie. Für das Verrückte, Fantasievolle, scheinbar Unmögliche. Für Lautstärke und Intensität. Für Träumereien und Projekte, die auf andere naiv und unlogisch wirken, mir selbst aber die größte Erfüllung schenken. Für ungeahnte Möglichkeiten und für den Mut, sie zu ergreifen. Für unbeschwerten Tanz und lauten Gesang als gäbe es nur mich und die Musik. Für Fehler ohne Scham und neue Wege, mich kreativ auszuleben. Für echte Liebe und echte Konflikte. Für alle meine Talente und „Schwächen“. Für alles, was ich bin.

Was hat das mit dem Universum zu tun?

Wenn ich es einmal aus dem gesellschaftlichen Denken herausschaffe, dann sehe ich meine innere Welt so grenzenlos und wunderschön, wie ich es beschrieben habe. Welche innere Welt? Na, das, wo sich mein Glauben an mich und all meine Überzeugungen befinden, wo sich meine Wünsche formen, wo meine Intuition sitzt. Wenn du diesen Ort in dir als innere Welt wahrnimmst, die du selbst gestalten kannst, dann begreifst du, welche Dimensionen in dir herrschen und wie viel dort möglich ist. Und für mich ist es nicht nur eine Welt, sondern ein ganzes Universum. Erfüllt von Ruhe und Friedlichkeit, Liebe und Magie. Dieses Universum anzuerkennen und mich darum zu kümmern, indem ich meiner Intuition zuhöre, meine Träume verfolge und meine Gefühle zum Ausdruck bringe, ist eine weitere Möglichkeit, mein Leben zu leben. Und diese Möglichkeit möchte ich jetzt endlich wahrnehmen. Und sie wichtiger für mich werden lassen als all die Meinungen anderer und gesellschaftlichen Konventionen. Sodass mein inneres Universum alle Grenzen sprengt.